Überwachungskamera installieren – Gesetzliche Erklärung & Umfassende Anleitung & Praktische Tipps

Selbst eine hochauflösende Überwachungskamera kann ihre Aufgabe nur erfüllen, wenn sie richtig positioniert ist. Ein ungeeigneter Blickwinkel, Gegenlicht oder eine zu hohe Montage erschweren die Erkennung von Gesichtern, Fahrzeugen und verdächtigen Aktivitäten.
Planen Sie deshalb vor der Installation, welche Bereiche Sie überwachen möchten. Besonders wichtig sind Eingänge, leicht zugängliche Fenster, Garagen, Einfahrten und Wege rund um das Haus.
- Die besten Montageorte im Überblick
- Beste Montageorte für Überwachungskameras
- Was ist bei der Platzierung zu beachten?
- Häufige Fehler bei der Kameraplatzierung
- Ungeeignete Montageorte für Überwachungskameras
- Einfach zu installierende Überwachungskameras für zu Hause
- Gesetze zur Platzierung von Überwachungskameras
- Fazit
Die besten Montageorte im Überblick
Außenkameras sollten möglichst in einer Höhe von etwa 2,5 bis 3 Metern angebracht werden. In dieser Position sind sie schwer erreichbar und erfassen weiterhin ausreichend viele Details.
Geeignete Montageorte im Innenbereich
- Eingangsbereiche, Flure und Treppen: An diesen Stellen können Kameras Personen erfassen, die das Haus betreten oder sich zwischen verschiedenen Räumen bewegen.
- Wohnzimmer und Gemeinschaftsräume: Hier befinden sich häufig elektronische Geräte, Wertgegenstände oder wichtige Dokumente.
- Kellerzugänge: Kellertüren und Treppenhäuser werden leicht übersehen und können einen zusätzlichen Zugang zum Gebäude bieten.
Installieren Sie Innenkameras nur in gemeinschaftlich genutzten Bereichen. Schlafzimmer, Badezimmer und andere besonders private Räume sollten nicht überwacht werden.
Geeignete Montageorte im Außenbereich
- Haus- und Nebeneingänge: Erfassen Sie die Haustür, Hintertür und seitliche Zugänge.
- Leicht zugängliche Fenster: Besonders wichtig sind Fenster im Erdgeschoss sowie Fenster, die von der Straße aus kaum sichtbar sind.
- Einfahrt: Eine passend ausgerichtete Kamera kann ankommende und wegfahrende Fahrzeuge aufnehmen.
- Garage: Überwachen Sie Garagentor, Nebentür und den unmittelbar davorliegenden Bereich.
- Vorgarten und Hinterhof: Offene Grundstücksflächen lassen sich mit einer Weitwinkelkamera übersichtlich erfassen.
- Gebäudeecken: Eine Kamera an einer Hausecke kann einen besonders großen Bereich abdecken und tote Winkel reduzieren.
In Deutschland darf der Erfassungsbereich grundsätzlich nicht ohne Weiteres auf Nachbargrundstücke, fremde Wohnbereiche oder öffentliche Verkehrsflächen ausgedehnt werden. Richten Sie die Kamera deshalb möglichst genau auf das eigene Grundstück aus.
Wo sollten Überwachungskameras angebracht werden?
Zu den wichtigsten Überwachungsbereichen eines Hauses gehören:
- Haustür
- Hintertür und Nebeneingänge
- Von der Straße abgewandte Fenster
- Garage und Einfahrt
- Kellerzugang
- Garten und seitliche Grundstückswege

Überwachungskamera an der Haustür installieren
Die Haustür ist einer der wichtigsten Kontrollpunkte rund um ein Wohnhaus. Eine Kamera über oder seitlich neben dem Eingang kann Besucher, Lieferungen und ungewöhnliche Aktivitäten erfassen.
Montieren Sie die Kamera so, dass Gesichter frontal oder leicht seitlich aufgenommen werden. Ein zu steiler Blick von oben erschwert die Identifizierung. Eine Höhe von etwa 2,5 bis 3 Metern bietet einen guten Kompromiss zwischen Manipulationsschutz und Detailerkennung.
Eine Überwachungskamera für die Haustür sollte nur den notwendigen Eingangsbereich erfassen. Türen oder Fenster benachbarter Wohnungen dürfen nicht dauerhaft im Bild liegen.
Alternativ können Sie eine Videotürklingel verwenden. Sie erfasst Besucher aus geringer Entfernung und kann je nach Modell lokale Aufzeichnungen, intelligente Erkennung und Gegensprechen unterstützen.
Kamera an der Hintertür positionieren
Hintertüren und seitliche Eingänge sind häufig schlechter einsehbar als die Haustür. Eine Kamera sollte den direkten Zugang, den angrenzenden Weg und mögliche Verstecke in der Umgebung abdecken.
Bringen Sie die Kamera außerhalb der normalen Reichweite an und achten Sie darauf, dass Pflanzen, Dachkanten oder geöffnete Türen den Blick nicht verdecken.
Kamera auf schwer einsehbare Fenster ausrichten
Fenster im Erdgeschoss und von der Straße abgewandte Fenster verdienen besondere Aufmerksamkeit. Richten Sie die Kamera so aus, dass der Zugangsweg zum Fenster erfasst wird. Dadurch überwachen Sie einen größeren relevanten Bereich, ohne direkt in Innenräume oder auf fremde Grundstücke zu filmen.
Hinweis: Eine Innenkamera hinter einer Fensterscheibe liefert besonders nachts häufig schlechte Ergebnisse. Infrarotlicht kann von der Scheibe reflektiert werden und Blendungen verursachen. Für diesen Zweck eignet sich eine wetterfeste Außenkamera besser.
Weitere sinnvolle Montageorte
Nachdem Eingänge und leicht zugängliche Fenster abgedeckt sind, können Sie folgende Bereiche in die Planung aufnehmen:
- Garage
- Keller
- Einfahrt
- Seitliche Grundstückswege
- Garten
- Zugänge zu Nebengebäuden
- Obergeschoss mit leicht erreichbaren Balkonen
Das folgende Video zeigt weitere geeignete Montageorte für Überwachungskameras:
Was ist bei der Platzierung zu beachten?
Sichtbare oder unauffällige Installation
Sichtbar angebrachte Kameras können abschreckend wirken und weisen Besucher frühzeitig auf die Überwachung hin. Eine besonders versteckte Installation kann dagegen datenschutzrechtliche Probleme verursachen, wenn betroffene Personen die Überwachung nicht erkennen können.
Sobald fremde Personen im Erfassungsbereich erscheinen können, müssen die Transparenzpflichten der DSGVO berücksichtigt werden. Ein gut sichtbares Hinweisschild sollte deshalb vor dem Betreten des überwachten Bereichs angebracht werden.
Wetterfestigkeit der Außenkamera
Eine Außenkamera ist Regen, Staub, Wind und Temperaturschwankungen ausgesetzt. Wählen Sie deshalb ein Modell mit einer geeigneten IP-Schutzklasse und einem Temperaturbereich, der zum Installationsort passt.
Montieren Sie Steckverbindungen und Netzteile möglichst geschützt. Bei kabelgebundenen Kameras sollten auch Kabeldurchführungen gegen Feuchtigkeit abgedichtet werden.
Reflexionen und Gegenlicht
Direktes Sonnenlicht, Scheinwerfer und spiegelnde Oberflächen können Bildbereiche überstrahlen. Eine Kamera mit HDR oder WDR gleicht starke Helligkeitsunterschiede besser aus.
Richten Sie die Kamera trotzdem nicht direkt auf die Sonne oder eine helle Außenbeleuchtung. Eine sorgfältige Positionierung verbessert die Bildqualität stärker als eine spätere digitale Korrektur.
Anzahl der Kameras
Wie viele Überwachungskameras Sie benötigen, richtet sich nach Grundstücksgröße, Gebäudeform, Kameratyp und Sichtfeld. Erstellen Sie zunächst einen einfachen Grundriss und markieren Sie alle wichtigen Zugänge.
Planen Sie bei mehreren Kameras leicht überlappende Sichtfelder ein. Dadurch entstehen weniger tote Winkel. Bei WLAN-Kameras sollten Sie außerdem die Signalstärke und verfügbare Netzwerkbandbreite prüfen.

Schutz vor Manipulation
Montieren Sie Außenkameras außerhalb der direkten Reichweite. Die Halterung sollte fest mit Wand oder Decke verbunden sein. Offen verlegte Kabel lassen sich mit einem Kabelkanal oder durch eine Wanddurchführung schützen.
Eine sehr hohe Montage ist jedoch nicht automatisch besser. Wenn die Kamera fast senkrecht nach unten blickt, sind Gesichter oft nur schwer erkennbar.
Stromversorgung
Prüfen Sie vor der Montage, ob am gewünschten Ort eine geeignete Stromversorgung verfügbar ist.
- Akkukameras bieten eine flexible Installation ohne Stromkabel.
- WLAN-Kameras benötigen meist weiterhin einen Stromanschluss.
- PoE-Kameras übertragen Strom und Daten über ein einziges Netzwerkkabel.
- Solarpanels können kompatible Akkukameras regelmäßig nachladen.
Berücksichtigen Sie bei Akkukameras Sonneneinstrahlung, Erkennungshäufigkeit, Aufnahmedauer und Umgebungstemperatur. Diese Faktoren beeinflussen die tatsächliche Akkulaufzeit.
Relevante Bereiche statt unnötiger Bildflächen
Der Bildausschnitt sollte vor allem Eingänge, Wege und andere sicherheitsrelevante Stellen zeigen. Große Anteile von Himmel, Fassade oder Boden verbrauchen Bildfläche, ohne zusätzliche Sicherheit zu schaffen.
Nutzen Sie, sofern verfügbar, Privatsphärenmasken. Damit können Sie irrelevante oder rechtlich problematische Bereiche ausblenden.
Häufige Fehler bei der Kameraplatzierung
Kamera nicht gegen Manipulation schützen
Eine leicht erreichbare Kamera kann verdreht, verdeckt oder beschädigt werden. Bringen Sie Außenkameras deshalb etwa 2,5 bis 3 Meter über dem Boden an und verwenden Sie eine stabile Halterung.
Kontrollieren Sie regelmäßig, ob Objektiv, Halterung und Kabel unverändert sind.
Zu viele Aufgaben mit einer Kamera abdecken
Eine einzelne Kamera kann nur begrenzt gleichzeitig einen großen Bereich überwachen und kleine Details aus großer Entfernung erfassen.
Legen Sie für jede Kamera ein klares Ziel fest. Eine Kamera kann beispielsweise die Haustür und ankommende Besucher erfassen. Eine zweite Kamera liefert den Überblick über Einfahrt und Vorgarten.
Erstellen Sie vor der Installation einen einfachen Platzierungsplan. Darin sollten Blickrichtung, Sichtfeld und Hauptaufgabe jeder Kamera festgelegt sein.
Kamera am höchsten Punkt montieren
Eine sehr hohe Position liefert zwar einen großen Überblick, Gesichter und andere Einzelheiten erscheinen jedoch kleiner. Eine Aufnahme, auf der nur Kopfoberseiten zu sehen sind, hilft bei der Identifizierung kaum.
Für große Flächen können Sie eine PTZ-Überwachungskamera einsetzen. Sie kann unterschiedliche Bereiche anfahren und relevante Objekte vergrößert darstellen.
Kamera ohne WDR an Türen und Fenstern einsetzen
Eingänge enthalten häufig gleichzeitig sehr helle und sehr dunkle Bildbereiche. Ohne WDR oder HDR kann der Hintergrund korrekt belichtet sein, während das Gesicht einer Person dunkel bleibt.

Wählen Sie für Haustüren, Garagen und Fensterbereiche eine Kamera mit WDR oder HDR. Testen Sie die Bildqualität zu unterschiedlichen Tageszeiten.
Beleuchtung in der Nacht nicht berücksichtigen
Eine Kamera ohne geeignete Nachtsicht benötigt ausreichend Umgebungslicht. Zu wenig Licht verursacht unscharfe oder stark verrauschte Aufnahmen. Eine Lampe direkt neben dem Objektiv kann wiederum Überbelichtung und Reflexionen erzeugen.

Achten Sie bei Infrarotkameras auf nahe Wände, Dachvorsprünge und Pflanzen. Diese können das Infrarotlicht reflektieren und den restlichen Bildbereich verdunkeln.
Bewegungen direkt auf die Kamera zulaufen lassen
PIR-Sensoren erkennen Bewegungen quer durch den Erfassungsbereich häufig zuverlässiger als Personen, die sich gerade auf die Kamera zubewegen. Richten Sie Akkukameras deshalb möglichst seitlich auf den erwarteten Laufweg aus.
Wo sollte keine Überwachungskamera angebracht werden?
Nachbargrundstücke und fremde Wohnbereiche
Vermeiden Sie einen Bildausschnitt, der Garten, Terrasse, Haustür oder Fenster eines Nachbarn erfasst. Das allgemeine Persönlichkeitsrecht und der Datenschutz der betroffenen Personen haben in diesen Bereichen ein besonders hohes Gewicht.
Schon ein dauerhaft entstehender Überwachungsdruck kann problematisch sein. Nutzen Sie einen engeren Blickwinkel oder Privatsphärenmasken, wenn angrenzende Bereiche sonst im Bild erscheinen.
Öffentliche Straßen und Gehwege
Private Kameras sollten grundsätzlich auf das eigene Grundstück begrenzt werden. Kleine Randbereiche eines Gehwegs können nur in eng begrenzten Einzelfällen vertretbar sein, wenn sie unvermeidbar und zur Wahrung eines konkreten berechtigten Interesses erforderlich sind. Entscheidend bleibt immer die individuelle Interessenabwägung.
Richten Sie die Kamera möglichst so aus, dass Straßen, Gehwege und öffentliche Plätze außerhalb des Erfassungsbereichs liegen.
Schlafzimmer
In Schlafzimmern erwarten Bewohner und Gäste ein besonders hohes Maß an Privatsphäre. Selbst wenn sich dort Wertgegenstände befinden, sollte keine dauerhafte Videoüberwachung eingerichtet werden.
Nutzen Sie stattdessen Türkontakte, Bewegungsmelder oder eine Kamera im vorgelagerten Flur.
Badezimmer und Toiletten
Kameras haben in Badezimmern, Toiletten, Umkleideräumen und vergleichbaren Intimbereichen keinen Platz. Eine Überwachung dieser Räume stellt einen besonders schweren Eingriff in die Privatsphäre dar.
Gemeinschaftsbereiche eines Mehrfamilienhauses
Mieter dürfen Treppenhaus, Hauseingang, Aufzug oder gemeinschaftlichen Hof nicht eigenmächtig überwachen. In diesen Bereichen werden regelmäßig Nachbarn, Besucher, Zusteller und Dienstleister erfasst.
Auch Eigentümergemeinschaften und Vermieter benötigen einen konkreten Zweck, eine geeignete Rechtsgrundlage und eine nachvollziehbare Interessenabwägung.
Einfach zu installierende Überwachungskameras für zu Hause
Nach der Planung des Kamerastandorts können Sie ein Modell auswählen, das zur vorhandenen Stromversorgung und zur Größe des Überwachungsbereichs passt.
Beste akkubetriebene Kamera: Reolink Altas PT Ultra
Die Reolink Altas PT Ultra besitzt einen wiederaufladbaren Akku und lässt sich ohne Strom- oder Netzwerkkabel flexibel installieren. Dadurch eignet sie sich für Haustüren, Hintereingänge, Gärten und schwer erreichbare Bereiche.
In Verbindung mit einem kompatiblen Solarpanel kann der Akku regelmäßig nachgeladen werden. Die Kamera unterstützt neben bewegungsaktivierten Aufnahmen auch längere Aufzeichnungsmodi. Die tatsächliche Laufzeit wird unter anderem von Aufnahmedauer, Erkennungshäufigkeit, Temperatur und Netzwerkverbindung beeinflusst.
Brancheführende 4K kontinuierlich aufzeichnende Akku-Überwachungskamera
4K UHD kontinuierliches Aufzeichnen; ColorX Nachtsicht; Schwenk & Neigung; Auto-Tracking; Alle Aufnahmen lokal gespeichert.
Beste PoE-Kamera: Reolink TrackMix PoE
Die Reolink TrackMix PoE kombiniert eine Weitwinkelansicht mit einer zusätzlichen Nahansicht. Sie kann erkannte Personen und Fahrzeuge automatisch verfolgen und eignet sich dadurch für Einfahrten, Höfe und größere Grundstücke.
Mit PoE werden Strom und Daten über ein einziges Netzwerkkabel übertragen. Das erleichtert eine stabile Verbindung und ermöglicht eine dauerhafte Stromversorgung ohne separates Stromkabel am Montageort.
Tipp: Richten Sie die Kamera so aus, dass Personen den Erfassungsbereich möglichst seitlich durchqueren. Das verbessert insbesondere bei PIR-basierten Kameras die Bewegungserkennung.

Wenn Sie vor der Kaufentscheidung weitere Bauformen vergleichen möchten, finden Sie in unserem Überblick die wichtigsten Arten von Überwachungskameras.
Bestes NVR-Überwachungssystem: Reolink RLK16-800B8
Das Reolink RLK16-800B8 eignet sich für Häuser, große Grundstücke und Unternehmen, die mehrere Bereiche gleichzeitig überwachen möchten. Das System verbindet mehrere PoE-Kameras mit einem zentralen Netzwerkvideorekorder.
Durch die kabelgebundene Datenübertragung erhalten Sie eine stabile Verbindung. Die zentrale Speicherung erleichtert außerdem die Verwaltung und Wiedergabe der Aufnahmen mehrerer Kameras.
24/7 Surveillance in 4K Ultra HD
Power over Ethernet; 24/7 Continuous Recording; 16-Channel NVR; 4TB HDD Built-In; Audio Recording; 100ft Night Vision.
Rechtliche Vorgaben für Überwachungskameras in Deutschland
Private Videoüberwachung ist in Deutschland grundsätzlich möglich, wenn sie sich auf das eigene Grundstück beschränkt. Sobald identifizierbare Nachbarn, Besucher, Beschäftigte oder Passanten erfasst werden, sind insbesondere die DSGVO, das allgemeine Persönlichkeitsrecht und gegebenenfalls das Bundesdatenschutzgesetz zu beachten.
Die folgenden Hinweise bieten eine allgemeine Orientierung und ersetzen keine individuelle Rechtsberatung.
Nur einen erforderlichen Bereich erfassen
Die Kamera darf keinen größeren Bereich aufnehmen, als für den festgelegten Sicherheitszweck notwendig ist. Prüfen Sie vor der Installation, ob mildere Maßnahmen wie eine bessere Beleuchtung, ein Türkontakt oder ein Bewegungsmelder ausreichen.
Soll sich die Verarbeitung auf ein berechtigtes Interesse nach Art. 6 Abs. 1 lit. f DSGVO stützen, müssen drei Voraussetzungen geprüft werden:
- Es besteht ein konkretes berechtigtes Interesse.
- Die Videoüberwachung ist zur Erreichung des Zwecks geeignet und erforderlich.
- Die Rechte und Interessen der aufgenommenen Personen überwiegen nicht.
Ein allgemeines Sicherheitsgefühl allein rechtfertigt keine beliebig weitreichende Überwachung.
Nachbargrundstücke und öffentliche Bereiche vermeiden
Die Kamera sollte ausschließlich das eigene Grundstück erfassen. Fenster, Türen, Gärten und Terrassen der Nachbarn müssen außerhalb des Bildes bleiben.
Auch öffentliche Gehwege und Straßen dürfen von einer privaten Kamera grundsätzlich nicht dauerhaft überwacht werden. Lässt sich ein kleiner Randbereich technisch nicht vollständig vermeiden, sind Datenminimierung, ein enger Blickwinkel und eine Privatsphärenmaske besonders wichtig.
Auf Videoüberwachung hinweisen
Betroffene Personen müssen die Überwachung erkennen können, bevor sie den Kamerabereich betreten. Ein Hinweisschild sollte mindestens auf die Videoüberwachung, den Verantwortlichen, den Zweck und eine Möglichkeit zum Abruf weiterer Datenschutzinformationen hinweisen.
Die Datenschutzkonferenz nennt in ihrer Orientierung zur Videoüberwachung unter anderem die Identität und Kontaktdaten des Verantwortlichen, den Verarbeitungszweck, die Rechtsgrundlage und die Speicherdauer als relevante Informationen.
Aufnahmen möglichst kurz speichern
Videoaufnahmen müssen gelöscht werden, sobald sie für den festgelegten Zweck nicht mehr erforderlich sind. Eine pauschale lange Speicherung ohne konkreten Grund widerspricht dem Grundsatz der Speicherbegrenzung.
Die Datenschutzkonferenz betrachtet eine Prüfung relevanter Ereignisse normalerweise innerhalb kurzer Zeit als möglich und nennt 48 Stunden als grundsätzlichen Orientierungswert. Eine längere Speicherung kann im Einzelfall gerechtfertigt sein, etwa wenn eine konkrete Aufnahme zur Beweissicherung benötigt wird. Der Grund sollte dokumentiert werden.
Audioaufnahme deaktivieren
Mikrofone können Gespräche von Nachbarn, Besuchern oder Passanten erfassen. Heimliche Aufnahmen des nicht öffentlich gesprochenen Wortes können nach § 201 StGB strafbar sein.
Deaktivieren Sie die dauerhafte Tonaufnahme, wenn sie für den Überwachungszweck nicht zwingend erforderlich und rechtlich abgesichert ist. Auch bei Kameras mit Gegensprechfunktion sollte keine permanente Audioaufzeichnung im Hintergrund erfolgen.
Privatsphärenmasken und Sicherheitsfunktionen verwenden
Blenden Sie fremde Grundstücke, öffentliche Wege und andere nicht benötigte Bereiche aus. Begrenzen Sie den Blickwinkel und deaktivieren Sie Funktionen, die für den konkreten Zweck nicht erforderlich sind.
Schützen Sie Kamera, App und Benutzerkonto außerdem mit einem starken individuellen Passwort, regelmäßigen Updates und Zwei-Faktor-Authentifizierung, sofern diese verfügbar ist.
Besonderheiten bei Mietwohnungen
Mieter dürfen Kameras innerhalb der eigenen Wohnung einsetzen, solange keine Mitbewohner oder Besucher ohne eine tragfähige Rechtsgrundlage aufgenommen werden.
Für die Montage an Fassade, Wohnungstür oder anderen gemeinschaftlichen Gebäudeteilen kann zusätzlich die Zustimmung des Vermieters oder der Eigentümergemeinschaft erforderlich sein. Kameras im gemeinschaftlichen Treppenhaus sind besonders kritisch, weil andere Bewohner der Erfassung kaum ausweichen können.
Attrappen können ebenfalls problematisch sein
Auch eine Kameraattrappe zeichnet keine personenbezogenen Daten auf, kann aber bei Nachbarn oder Passanten den Eindruck einer dauerhaften Überwachung erzeugen. Dadurch kann ein unzulässiger Überwachungsdruck entstehen.
Richten Sie deshalb auch Attrappen niemals auf fremde Grundstücke, Wohnungstüren oder öffentliche Bereiche.
Weitere gesetzliche Grundlagen zur Videoüberwachung öffentlich zugänglicher Räume enthält § 4 BDSG. Für private Kameras bleibt stets eine Prüfung des konkreten Einzelfalls erforderlich.
Fazit
Die wirksamsten Kamerapositionen befinden sich an Haustüren, Hintereingängen, leicht zugänglichen Fenstern, Einfahrten und Garagen. Eine Montagehöhe von etwa 2,5 bis 3 Metern schützt die Kamera vor Manipulation und ermöglicht weiterhin erkennbare Aufnahmen.
Planen Sie für jede Kamera eine klare Aufgabe. Vermeiden Sie unnötige Bildflächen, direktes Gegenlicht und zu steile Aufnahmewinkel. Prüfen Sie die Live-Ansicht bei Tageslicht und Dunkelheit, bevor Sie die Installation abschließen.
In Deutschland muss die Kamera grundsätzlich auf das eigene Grundstück ausgerichtet bleiben. Nachbargrundstücke, öffentliche Bereiche und gemeinschaftlich genutzte Flächen dürfen nicht ohne tragfähige rechtliche Grundlage überwacht werden. Ein transparenter Hinweis, kurze Speicherfristen und deaktivierte Tonaufnahmen helfen dabei, die Privatsphäre anderer Personen zu schützen.
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